Reiner Gärtner

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Journalist, Informationsarchitekt, Fachkraft für Solartechnik

Google findet nun Tweets in Echtzeit

traceconsult

Seit ein paar Tagen stellt google den Web-Suchergebnissen aktuelle Twitter-Tweets zum Suchbegriff voran. Das wertet die Echtzeit-Tweets erheblich auf. Denn auf einmal zählt die Aktualität und die Frequenz – und zwar nicht nur auf der Website, sondern vor allem über Twitter.

Es ist erstaunlich, dass so viele selbsternannte Medienprofis in Deutschland noch immer nicht verstanden haben, was Twitter bedeutet, was man damit anfangen kann. Viele sehen in Twitter eine Spielerei, verstehen nicht die Relevanz und drücken es auf die selbe Ebene wie Facebook und co. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, die Mechanismen in Twitter zu verstehen, anzuwenden und sich bestimmte Themen über Keywords zu erobern.

Statt Website optimieren: besser und mehr twittern

Ein Beispiel: Ein guter Freund von mir ist Geschäftsführer von Traceconsult, da geht es grob um das Monitoring der Versorgungskette von GMO-freien Agrarrohstoffen, also vom Feld bis hin zum Regal im Supermarkt („einem führenden Beratungsunternehmen im Bereich praktischer Umsetzung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Produktion von Lebensmitteln”).

Die Website würde kaum jemand finden, denn in dem Bereich gibt es viele große Websites. Zumal auf der Website wenig Bewegung ist. Und wir wissen ja: Google mag es, wenn sich auf Websites viel bewegt, neue Inhalte entstehen.

Mit intelligenten Tweets und clever gewählten keywords, also nicht nur “non-gmo“, sondern fachlich tieferen Begriffen, kann man die Zielgruppe in Twitter viel genauer ansprechen. Und das Interessante dabei: Wer in google nun gezielt nach Begriffen sucht, wir immer wieder auf die Tweets stoßen, die ja nur 120 Zeichen enthalten, also im besten Fall genau auf die Zielgruppe kalibriert und reduziert sind. Dazu benötigt es viel Fingerspitzengefühl. Ich sehe noch immer Tweets, in die nur etwas reinkopiert wurde. Solche Tweets findet man höchstens noch über die Suchmaschinenfunktion in Twitter (Tipp: Beginner sollten unbedingt eine übersichtliche Twitter-Software herunterladen).

Die eigene Website dabei nicht vergessen

Twittern bringt nur etwas, wenn man die Tweets auch mit der eigenen Website verknüpft. Erster Schritt für neue Twitterer ist daher, das Twitter-Profil so auszufüllen, dass auf der Twitter-Seite der Name, eine aussagekräftige Beschreibung und vor allem ein Link zur Website steht. Denn wenn google schon die Tweets durchsucht, dann sicherlich auch das Feld „Website”. Auch wichtig: Twittern Sie öfter und vor allem relevante Inhalte, denn nur so bekommen Sie “Follower”. Und: Was schon seit Jahren in XING gilt (klick auf das Profil von Headhuntern, so werden sie auf dich aufmerksam) gilt auch hier. Abonnieren Sie fachlich passende Twitterer, die selber viele Follower haben.

Das Thema „Follow me” behandele ich demnächst mal. Jetzt sollten Sie einfach mitnehmen, dass Twitter wichtig ist und sie im neuen Jahr unbedingt damit anfangen sollten. Wenn Sie mögen, mache ich Sie auch persönlich fit für Twitter und co. Melden Sie sich einfach bei mir.

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Google Wave: Die perfekte Welle? (2)

Jetzt konnte ich weiter mit google wave spielen, konnte auch einige Kollegen und Freunde dazu bewegen, mit mir ein paar Wellen in google waves zu reiten. Noch immer ist mir nicht richtig ersichtlich, warum die Arbeit in und mit google wave einen Produktivitätssprung bringen soll.

Ich bin mir sicher, dass Google das System noch an vielen Stellen verbessern wird, aber eins ist auch klar: Den „Mainstream” wird Google nicht erreichen. Aber eben auch nicht die Leute aus der Business-Community, denn wave ist ins ich nicht besonders schlüssig.

So viel konnte ich schon herausfinden: Ich kann eine Welle anlegen und in „blips” Inhaltssegmente ansprechen, die dann ein google wave-Freund kommentieren oder ändern kann. Das geht aber doch viel einfacher mit google docs. Dann kann ich in Echtzeit sehen, wenn jemand etwas in der Welle tippt, inklusive der Tippfehler, die dann wieder gelöscht werden. Mir fehlt dazu etwas die Geduld und ich zumindest kann besser arbeiten, wenn ich mich mit einer Idee oder einem Text zurückziehen kann und dann etwas später eine verfeinerte Version abliefern kann.

Andere werden diese Funktion wohl für sehr sinnvoll ansehen, wenn man zusammen in Echtzeit an einem Dokument arbeiten kann, vielleicht nebenher auch noch telefoniert. Ich brauche das jedenfalls nicht.

Welchen Mehrwert hat das?

Als Tool bringt es mir nicht so viel, vielleicht aber als eine Art „Vermarktungswerkzeug”? Wenn die „Alpha-Tiere” tatsächlich wave nutzen würden – was ich momentan noch nicht sehe – dann könnte es ja schon etwas bringen, eine öffentlich Welle zu starten und dann zu schauen, wer mitmacht. Ich frage mich, wem dann der daraus entstandene Text gehört? Denn vielleicht entsteht ja etwas daraus, für das man woanders Geld bekommen könnte. Oder: Wird man durch besonders gewaltige Wellen, die man dann wohl auch vernünftig moderieren müsste, bei den Google Wavern bekannt? Darauf setze ich schon lange nicht mehr. Das ganze facebooken und twittern bringt viele Followers, aber neue Aufträge konnte ich daraus noch nicht generieren.

Außerdem fehlt mir bei wave der Bezug zur Außenwelt: Soweit ich das bisher verstehe, können nur andere waver meine öffentlichen Wellen sehen. Damit schließe ich etwa 99,9 Prozent aus. Es gibt ja für wordpress plugins, mit denen man waves einbinden kann, aber man muss trotzdem wave-Mitglied sein, um die Inhalte zu sehen. Also ist wave proprietär und wir wissen ja, dass das nie funktioniert.

Warum sollte man also auf Wave sein?

  1. Weil es von Google ist. Und Google ist cool. Und weil jeder weiß, dass sich die Leute von Google viel Gedanken machen. Über alles.
  2. Um mitzureden, Visionen ausdenken, im Gespräch bleiben.
  3. Um wieder einmal eine Killerapplikation scheitern zu sehen.
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Die perfekte Welle sieht (noch) anders aus

googlewave3

Wenn Sie schon länger im Internet unterwegs sind, dann hatten Sie bestimmt auch noch eine Signatur, die etwas über Ihre wahre Einstellung verriet. Dazu brauchte man damals keinen Blog, Facebook oder Twitter, sondern eben nur E-Mail.

Erinnern Sie sich noch? War es ein Zitat oder ein launiger Spruch wie „An apple a day keeps the doctor away”? Bei mir stand von 1996 bis mindestens 2001 – da war es schon so uncool, dass es wieder retro war – folgender Spruch unter meinen E-Mails:

„You can‘t stop the waves – but you can learn to surf”

Wer hätte damals gedacht, dass in dem Satz nicht nur tiefe Weisheit steckt, sondern noch mehr, sich richtig visionäre Ansätze zeigen. Klar, das wusste ich immer schon. Naja, vielleicht auch nicht. Aber jetzt steht fest: Wir denken bald nur noch in waves, in Wellen, die auf uns zuschwappen und wir nur hoffen, dass sie uns nicht wegspülen werden. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Visionäre von Google geht.

Zugegeben, damals gab es das Bild der Informationsflut auch schon, aber die Wellen waren draußen am Strand, am Pacific Beach in San Fran und nicht in einer blau umrandeten Box in meinem Browser. Aber jetzt trifft sie uns, die perfekte Welle, die antritt, die seit 30 Jahren unangefochtene Killeranwendung des Internets, die E-Mail, herauszufordern. Bald heißt es: „Ich hab Dir ne wave geschickt. ” Wer da noch auf E-Mails wartet, wird weggespült. Ob es wirklich soweit kommt? Ich bin gespannt.

„You can‘t stop the google wave – but you can learn to use it for your benefits”

Seit ein paar Tagen bin ich also auch auf der „Welle”. Ich sitze also auf meinem Brett, schaue auf ein ziemlich flaches Meer und warte auf eine prima Welle, mit der ich eine Weile Zeit verbringen kann. Meine Freunde sind noch nicht da, deswegen schaue ich mir zunächst an, welche Wellen gerade laufen.

Auf den ersten Blick sieht Google Wave aus wie ein gepimptes Googlemail: Links ein paar Ordner, in der Mitte ein paar Nachrichten und links Detailansichten der Nachrichten. Das sind also die waves. Eine Nachricht ist eine wave, weil darin jeder mitpfuschen kann. Ich schicke also nicht einem anderen User eine E-Mail, warte dann die Antwort ab und schreibe zurück, ich starte eine Welle, schreibe meine Nachricht rein und warte. Jetzt kommt schon die erste Hürde: Wer mit auf der Welle reiten will, muss natürlich auch google wave-Mitglied sein. Wer das nicht ist, hat Pech gehabt.

Zusammen “waven” – wer will das?

Wer aber dabei ist und auch in meinen Kontakten eingeordnet ist, kann zu einer wave eingeladen werden. Wir können dann beispielsweise zusammen in einer Wave an einem Dokument arbeiten. Das geht in Echtzeit. Spannend. Also ist das so, als würde ich mit meinem Kumpeln mit einem Messenger chatten und wir erstellen gleichzeitig ein Dokument.

Wenn jetzt viele Leute an einer wave arbeiten und in der Lage sind, tatsächlich so konsistent und konzentriert dabei zu bleiben, dann hat man nicht nur etwas zusammen geschafft, sondern kann genau verfolgen, was jeder Teilnehmer dazu beigetragen hat.

Mehrwert oder mehr Müll? Das weiß bisher niemand.

Warum soll das wave besser können als alles per E-Mail zu regeln? Manche Prozesse können ja mitunter sehr kompliziert werden: Es fliegen viele E-Mails hin und her und am Ende wissen nur die wenigsten der Beteiligten, worum es geht. Vielleicht haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass eigentlich niemand mehr Zeit hat, überhaupt noch E-Mails zu lesen. In der wave bleibt alles zusammen. E-Mails, Dokumente, Bilder, Audio-Kommentare und Videos dazu. Wenn jemand etwas ändert oder etwas hinzufügt, dann aktualisiert sich die Welle wie ein rss-Feed. Das soll die Übersichtlichkeit verbessern. Ob das funktioniert oder doch eher verwirrt? Darüber schreibe ich in der nächsten Folge.

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