Frühjahrsputz für die Inhalte

Australien ist es ja noch Sommer und die nächste Jahreszeit ist folglich der Herbst. Warum komme ich also nun mit dem Thema „Frühjahrsputz“? Ich denke, das ist ganz unabhängig von der Saison und sollte regelmäßig, etwas jeweils zu Anfang des Quartals durchgeführt werden. Dann geht es insgesamt schneller und macht mehr Spaß als sich durch verstaubte Inhalte durchzuarbeiten.

Schauen wir uns also mal die Inhalte an und finden heraus, welche der Inhalte noch relevant sind, welche umgeschrieben oder entfernt werden sollten. Im Englischen gibt es dafür den Fachbegriff „Content Pruining“. Oft scheint dieses „Gesundschneiden“ lästig und es fehlt auch das Verständnis für das Informationsbedürfnis der Leser. Als passionierter Gärtner, der ans hemmungslose Zurückschneiden von Bäumen und Gebüschen glaubt, um dadurch an den richtigen Stellen Wachstum zu erzeugen, empfehle ich eine ordentliche Content-Behandlung mit Gummihandschuhen zu Beginn und mit Samthandschuhen am Ende des Prozesses.

Dabei ist natürlich wichtig zu wissen, an welchen Stellen Du wie tief schneiden kannst (in der Pflanzenwelt kann man auch totschneiden – es kommt auf das Material und auf den glatten Schnitt an). Und: Wenn die Autoren oder Inhaltsverantwortlichen den Frühjahresschnitt machen, dann bleibt oft mehr übrig als wenn es der SEO-Experte oder die Marketingkollegin macht. Die beiden schauen sich das weniger emotional an und wissen nicht, wie viel Zeit und Herzblut das Erstellen der Inhalte gekostet hat.

Wie gehst Du also vor?

  1. Inhaltsinventar – Übersicht verschaffen: Hast Du eine Liste aller Inhalte? Die Liste ist die Basis, um einen guten Überblick zu bekommen, was Du hast. Natürlich kannst Du mit einer solchen Liste viel Zeit (und Geld) verbraten, aber Du solltest zumindest vermerken, wann der Inhalt veröffentlicht wurde und wer die Zielgruppe ist. Gut wäre es noch die Überschrift und den ersten Absatz des Artikels zu übertragen. Schon jetzt solltest Du diese Liste bei den „Stakeholdern“ in Deinem Unternehmen verteilen. Sie können dann herausstreichen, was nicht mehr benötigt wird und gleichzeitig gibt die Liste in ihrer Transparenz erste Impulse für Inhalte, die fehlen. 

  2. Schneiden – alter Mist raus: Der zweite Schritt besteht aus vielen kleinen Schritten. Denn als Erstes sollten wir alle Inhalte herauswerfen, die veraltet und nicht mehr relevant sind oder die von einem anderen Beteiligten getrieben wurden und nur kurzfristigen Zielen folgte („Kannst Du schnell was über xyz reinnehmen? Mein Marketingboss will dieses Thema beim Geschäftsführer pushen…“). Wahrscheinlich wirst Du sofort Themen finden, die Du löschen kannst. Bei manchen Inhalten wirst Du Dir nicht sicher sein. Hier hilft ein Gegencheck bei Deiner Zielgruppe: Haut der Inhalt die Leser noch immer vom Hocker, ist das „shareable“ oder nicht. Wenn nicht: raus!

  3. Umschreiben – ein neues Leben: Hoffentlich bleiben nun noch viele Inhalte übrig. Nutze die Liste, um zu markieren, was einfach nur aktualisiert werden muss (neue Zahlen, aktualisierte Fakten, neue Produkte und Verlinkungen zu Inhalten), was aktualisiert und umgeschrieben sollte (SEO-griffige Überschriften, bessere Einstiege, klare Absatzüberschriften alle 2–3 Absätze, kürzere Sätze, etc.). Das ist wahrscheinlich der Hauptteil der Arbeit.     Aber dann gibt es auch Inhalte, die noch relevant sind, aber nicht richtig zünden. Hier fehlt der rote Faden, eine bessere Story, vielleicht auch mehr Inhalt. Bevor Ihr damit loslegt, überlegt Euch, ob sich das lohnt. Denn das Umschreiben dieser Inhalte gerät schnell zum Neuschreiben. Das bedeutet auch, das+++ title = “Can you read this?” date = “2018-09-01” +++s möglicherweise mehr Menschen daran beteiligt sind und es teurer wird. Ein weiterer Aspekt ist das Entdecken neuer Artikelideen beim inhaltlichen Frühjahrsputz. Das passiert mir oft: Ich lese einen älteren Beitrag durch, der immer noch relevant ist, aber mir kommen gleich zwei, drei weitere Ideen. Die solltet Ihr auch auf die Liste setzen und später besprechen. Oft kann man solche Beiträge schnell schreiben, denn Du musst nicht mehr alles erklären, sondern Du verlinkst einfach zum inhaltlich verwandten Inhalt.

    Ein weiteres Thema ist das „Gendern“. Ich hatte ja bereits hier darüber geschrieben. Wenn Ihr für Euch einen Leitfaden erarbeitet habt, dann wäre das nun eine gute Gelegenheit, die Inhalte entsprechend anzupassen.

    Abhängig von Euren finanziellen Möglichkeiten, könnt Ihr auch Grafiken neu bauen oder Videos erstellen.    

  4. Konsistenz – alles zusammenführen: Wenn Ihr schon diesen Aufwand betreibt und Euch jeden Beitrag anschaut, dann achtet auf die Konsistenz. Ihr seht wahrscheinlich schon in der Liste, dass die Überschriften von verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Ihr könntet also versuchen, die Überschriften einer gewissen Tonalität anzupassen. Ich würde auch unbedingt die Absatzüberschriften anpassen. Und klar, lasst die SEO-Leute früh (Schritt 1) durch die Inhalte gehen und Keywords kommentieren. Aus meiner Erfahrung sind die vorgeschlagenen Keywords nicht immer der Hammer. Aber ich versuche natürlich schon, die subtil in den Artikel einzuarbeiten.

    Du siehst, es gibt viele Dinge beim Frühjahrsputz zu beachten.

Wenn Du erfahrene Unterstützung benötigst, kannst Du Dich gerne bei mir melden. Ich räume gerne für Dich auf.