Buchnotiz: 'Kampfschrift gegen den Lärm' von Theodor Lessing
Ich liebe es, in der Projekt Gutenberg Bibliothek zu stöbern und literarische Schätze aus vergangenen Epochen zu entdecken. Kürzlich bin ich auf ein faszinierendes Zeitdokument aus dem Jahr 1908 gestoßen, verfasst von dem Schriftsteller und Philosophen Theodor Lessing: „Der Lärm – eine Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens“.
„Kampfschrift“ klingt zunächst einmal recht kriegerisch. Wer hätte jedoch damals, nur sechs Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, ahnen können, welche Schwere dieser Begriff später einmal tragen würde. Heute würde man Lessings Werk wohl eher als Ausdruck bürgerlichen Unmuts bezeichnen. Und genau so wirkt es auch. Dies wird bereits im ersten Satz klar: „Ungeheuerliche Unruhe, grauenhafte Lautheit lastet auf allem Erdenleben.“ Ein düsterer Anfang, der sich nicht mehr aufhellen wird.
