Reiner Gärtner

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Journalist, Informationsarchitekt, Fachkraft für Solartechnik

Statt E-Mail twittern?

Wir kennen das ja: Früher waren E-Mails etwas besonderes und wenn wir eine bekamen, dann schrieben wir zurück, manchmal ganz schön lange. Schade, dass ich meine alten E-Mails nicht mehr habe. Jetzt ist es so, dass ich kaum noch lange E-Mails schreibe. Das liegt einfach darin, dass ich keine Zeit mehr dafür habe.

Meine E-Mails werden also immer kürzer, manchmal schicke ich auch schnelle Betreff-E-Mails. Dann steht nur etwas in der Betreffzeile “Ruf mich bitte mal an” und dahinter ein (EOM) – End of message. Das soll dem Empfänger signalisieren, dass da nichts mehr im Inhaltsteil der E-Mail kommt.

Da jetzt anscheinend jeder ein Handy mit facebook oder twitter darauf hat, muss ich meine Strategie anpassen. Bei vielen nützt es nichts mehr E-Malls zu schicken. SMS geht gerade noch, aber worauf sich die meisten sofort melden sind direkte Nachrichten in Facebook oder Twitter. So weit sind wir mittlerweile gekommen. Ich habe zum Beispiel einem Kollegen gestern eine ziemlich dringende E-Mail geschrieben und am nächsten Tag noch immer nichts gehört.

Bei anderen Leuten würde ich mir da keine Sorgen machen, da erwarte ich – wenn überhaupt – eine Antwort erst Wochen später. Aber von meinem Gadgetfreund hätte ich das schon erwartet. Vielleicht ist er krank oder unterwegs, was weiß ja nie. Also öffnete ich mein Facebook und sah, dass er fröhlich über private Dinge schrieb und in Twitter das Aussehen eines Tankwarts kommentierte. Jemand, der twittern kann, der kann doch auch auf seine E-Mails reagieren, oder?

Das ist schon komisch, dachte ich mir, und schickte eine Twitter-Direktnachricht, in der ich in fragte, ob alles okay sei. Jaja, sagte er, er mache gerade ein Experiment: Er ignoriert seine E-Mails und antwortet nur noch auf Direktnachrichten in Facebook und twitter. Das ist ja ein gewagtes Experiment, sagte ich. Denn schließlich bekommt er die meisten Aufträge per E-Mail. Das schien ihn nicht zu stören und außerdem wollte er es nur ein paar Tage durchführen.

Ich glaube ja, dass das nichts wird. Denn die Facebook- und twitter-Freunde sind bestimmt nett, aber wer mich erreichen will, macht das eben per Telefon und per E-Mail. Und es gibt eben noch keine andere Killeranwendung als die E-Mail. Das war schon immer so und das wird sich auch lange nicht ändern. Bei mir ist das übrigens umgekehrt. Wer mir eine Direktnachricht in Facebook oder twitter schickt, muss meistens länger warten. Denn während ich bei E-Mails das Zero-Inbox-Prinzip praktiziere und eigentlich täglich meine E-Mails abarbeite, gilt das für facebook und co. nicht. Es kann passieren, dass ich die Netzwerke tagelang nicht besuche und dann bleiben auch die Nachrichten liegen. Interessanterweise bekomme ich kaum noch SMSe. SMS würde ich noch immer als das dringendste Medium einschätzen. Bekomme ich eine SMS, dann muss es etwas wichtiges sein. Klar, ein Anruf toppt alles. Dann kommt die E-Mail, dann XING, dann Facebook und dann twitter. Jetzt bin ich mal gespannt, ob ich nicht doch noch eine E-Mail von meinem Kumpel bekomme.

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Windows-Programme auf dem mac – es geht ganz ohne Windows

Seit vielen Jahren schon komme ich mit meinem mac gut ohne Windows-Software aus. Zuerst haben alle Kollegen über mich gelacht, jetzt haben viele von denen auch einen mac.

Vor kurzen musste ich doch ausweichen auf das ungeliebte Betriebssystem aus Seattle. Mein Pages schaffte es nicht so richtig, Dokumente im Microsoft Word-Format zu exportieren und so versuchte ich, Windows unter Parallels zu installieren. Klappte leider nicht so richtig. Also musste ich mir Office für den mac kaufen.

Vor ein paar Tagen las ich über ein kleines Tool, das man aus der Linuxgemeinde schon gut kennt, das es aber erst jetzt für den mac gibt: Wine und Winebottler.

Damit kann man Windows-Programme auf dem mac laufen lassen, ohne Windows installiert zu bekommen. Das kam etwas spät, denn gleichzeitig klingelte DHL und brachte Office für den mac. Also probierte ich sofort aus, ob ich mein Windows Office nicht auch ohne Parallels und co zum Laufen bekomme.

Einmal installiert sitzt Wine im Hintergrund und wartet darauf, dass man .exe-Dateien öffnet. Dann öffnet sich Wine und X11, man wird gefragt, ob das Programm in eine ordentliche mac app zum Weitergeben gewickelt werden will und muss dann eine Weile warten.

Die Installation von Windows-Office hat nun nicht geklappt, aber immerhin konnte mein Rechner das Installationsprogramm starten und erst nach etwa 20 Minuten und 60 Prozent der Installation sagte mir Office, das es jetzt nicht mehr weiter wolle.

Ich wollte aber nicht aufgeben und probierte es am mac meiner Frau. Die muss nämlich ein bestimmtes PC-Programm benutzen und ärgert sich immer, dass es ewig dauert, bis sie es per bootcamp aufrufen kann. Also, Wine installiert, dann das Programm. Installation scheint wirklich unkomplieziert zu sein und diesmal klappte es sogar. Das Programm wird einfach in einem Fenster geöffnet, das geht schnell. man kann sogar daraus drucken und auf die Onlineverbindung zugreifen.

Ich finde, dass Wine und Winebottler (das macht die app) eine echte Bereicherung ist. Ich habe gar keine Ahnung mehr, welche PC-Software ich einsetzen müsste, aber es gibt ja immer wieder Sonderprogramme, die man nur mit einem PC öffnen kann. Einen Versuch ist Wine allenfalls wert. Zumal es freeware ist.

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Ganz schön aufgeräumt: meine Schreibräume


Wie sich doch die Gewohnheiten ändern: Früher konnte ich ohne Musik nicht schreiben. Ständig lief das Radio, ich brauchte Stimulation, Impulse, um etwas zu schreiben. Oft schrieb ich auch in lauten Cafes, dort hatte ich meine besten Ideen. Vor allem mein free writing-Spurts konnte ich gar nicht zuhause in Ruhe schreiben. Es musste immer etwas los sein.

Der WriteRoom - sachlich schwarz und grün - reduzierter geht es nicht mehr

Der WriteRoom - sachlich schwarz und grün, reduzierter geht es kaum

Inzwischen ist das anders: Zwar gehe ich immer noch hin und wieder in ein Cafe, in Wangen ist es das Cafe Moritz und ich München das Black Bean (in beiden Cafes gibt es kostenlosen WLAN-Zugang), doch meistens sitze ich doch lieber zuhause in meinem Büro und schreibe in Ruhe. Gerade für meine ersten Versionen, die ersten Drafts gebe ich mir immer mehr Freiraum. Manche Artikel und Beiträge sind bereits generalstabsmäßig geplant, die schreibe ich dann direkt in Word oder Pages.

Für andere Schriftstücke brauche ich mehr Raum – und das wortwörtlich: Bisher schrieb ich solche Texte im WriteRoom für den mac. Das ist nichts anderes als eine Blackbox, in der ich mir erlaube, einfach drauflos zu schreiben. Ich korrigiere nicht sofort, sondern lasse meinen Gedanken freien Lauf. Denn manchmal muss man sich freischreiben, viele Worte wegschreiben, bis man zum Kern kommt. Wenn ich den WriteRoom starte, dann wird der Bildschirm komplett schwarz und es blinkt nur ein grüner Cursor. Dann mache ich nichts anderes als in die Tasten zu hauen. Richtig schön single tasking.

Ich erlaube mir dabei, Fehler zu machen, mich zu vertippen, das macht gar nichts. Den Redakteur in mir brauche ich später. Denn wenn ich meinen internen Redakteur schon jetzt einschalten würde, dann käme ich zu gar nichts. Viel zu früh winkt der ab, will immer nur Worte und Satzstellungen ändern. Ein elendiger Bremser ist das. Aber ich sollte nicht so fies über meinen internen Redakteur sprechen, denn ich werde ihn später noch einmal zum Aufräumen und Umstellen brauchen. Dann aber in Word oder in Pages.

Der Omniwriter - winterlich schön schreiben

Der Omniwriter - winterlich schön schreiben

Mit dem Ommiwriter habe ich nun eine echte Alternatve zum WriteRoom gefunden. Der Bildschirm ist ähnlich reduziert wie im WriteRoom, im Hintergrund läuft eine meditative Musik, die mir erstaunlicherweise noch nicht auf den Keks gegangen ist. Vielleicht nehme ich den Ommiwriter für ganz bestimmte Schreibübungen und Schreibaufgaben. Denn manchmal muss man sich in einen anderen Raum bewegen, um wieder eine andere Sichtweise auf die Dinge zu bekommen, um sich wieder zu kalibrieren. Ommiwriter ist übrigens kostenlos und wirklich empfehlenswert.

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Vergiss Kopenhagen, wir regeln das zuhause

Auf greenswitch.de habe ich gerade eine kleine Serie zum Thema „lokale Energiewende” gestartet. Denn hier im Allgäu bewegt sich eine Menge. Die Städte hier sind aufgewacht und arbeiten fieberhaft an Projekten und Aktionen, um langfristig unabhängig von Öl und Gas zu werden. Eine weise Entscheidung.

Viele Wege führen dahin und deswegen stelle ich in der Serie die verschiedenen Herangehensweisen der Städte hier im Dreiländereck vor. Manche haben mehr Platz, die anderen mehr Sonne, dann kommt es auch darauf an, welche Unterstützung die Projekte vom Bürgermeister und Gemeinderat erfahren und überhaupt, wie sich die Bevölkerung mobilisieren lässt. Das sind nur wenige Parameter. Aber meine Beispiele aus der Region zeigen, dass jede Stadt einen eigenen Weg gehen muss, um letztendlich als Energiestadt die Herausforderungen der Zukunft meistern kann.

>> greenswitch.de: Wie die Städte im Allgäu unabhängig von Öl und Gas werden wollen

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Google findet nun Tweets in Echtzeit

traceconsult

Seit ein paar Tagen stellt google den Web-Suchergebnissen aktuelle Twitter-Tweets zum Suchbegriff voran. Das wertet die Echtzeit-Tweets erheblich auf. Denn auf einmal zählt die Aktualität und die Frequenz – und zwar nicht nur auf der Website, sondern vor allem über Twitter.

Es ist erstaunlich, dass so viele selbsternannte Medienprofis in Deutschland noch immer nicht verstanden haben, was Twitter bedeutet, was man damit anfangen kann. Viele sehen in Twitter eine Spielerei, verstehen nicht die Relevanz und drücken es auf die selbe Ebene wie Facebook und co. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, die Mechanismen in Twitter zu verstehen, anzuwenden und sich bestimmte Themen über Keywords zu erobern.

Statt Website optimieren: besser und mehr twittern

Ein Beispiel: Ein guter Freund von mir ist Geschäftsführer von Traceconsult, da geht es grob um das Monitoring der Versorgungskette von GMO-freien Agrarrohstoffen, also vom Feld bis hin zum Regal im Supermarkt („einem führenden Beratungsunternehmen im Bereich praktischer Umsetzung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Produktion von Lebensmitteln”).

Die Website würde kaum jemand finden, denn in dem Bereich gibt es viele große Websites. Zumal auf der Website wenig Bewegung ist. Und wir wissen ja: Google mag es, wenn sich auf Websites viel bewegt, neue Inhalte entstehen.

Mit intelligenten Tweets und clever gewählten keywords, also nicht nur “non-gmo“, sondern fachlich tieferen Begriffen, kann man die Zielgruppe in Twitter viel genauer ansprechen. Und das Interessante dabei: Wer in google nun gezielt nach Begriffen sucht, wir immer wieder auf die Tweets stoßen, die ja nur 120 Zeichen enthalten, also im besten Fall genau auf die Zielgruppe kalibriert und reduziert sind. Dazu benötigt es viel Fingerspitzengefühl. Ich sehe noch immer Tweets, in die nur etwas reinkopiert wurde. Solche Tweets findet man höchstens noch über die Suchmaschinenfunktion in Twitter (Tipp: Beginner sollten unbedingt eine übersichtliche Twitter-Software herunterladen).

Die eigene Website dabei nicht vergessen

Twittern bringt nur etwas, wenn man die Tweets auch mit der eigenen Website verknüpft. Erster Schritt für neue Twitterer ist daher, das Twitter-Profil so auszufüllen, dass auf der Twitter-Seite der Name, eine aussagekräftige Beschreibung und vor allem ein Link zur Website steht. Denn wenn google schon die Tweets durchsucht, dann sicherlich auch das Feld „Website”. Auch wichtig: Twittern Sie öfter und vor allem relevante Inhalte, denn nur so bekommen Sie “Follower”. Und: Was schon seit Jahren in XING gilt (klick auf das Profil von Headhuntern, so werden sie auf dich aufmerksam) gilt auch hier. Abonnieren Sie fachlich passende Twitterer, die selber viele Follower haben.

Das Thema „Follow me” behandele ich demnächst mal. Jetzt sollten Sie einfach mitnehmen, dass Twitter wichtig ist und sie im neuen Jahr unbedingt damit anfangen sollten. Wenn Sie mögen, mache ich Sie auch persönlich fit für Twitter und co. Melden Sie sich einfach bei mir.

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Das Netz vergisst nichts – manchmal ist das auch gut

Vorhin habe ich nach einer Anleitung in spiegel.de alle Google-Spuren gelöscht. Ich bin halt immer noch “old school” und würde deswegen meine Daten im Netz so gut wie möglich kontrollieren. Das ist aber nicht so einfach und oft falle ich auch wieder um. So habe ich mich mittlerweile schon 3 Mal bei Facebook abgemeldet, um mich daraufhin gleich wieder anzumelden, weil sich Freunde von mir beschwert hatten.

Dabei ist es doch ganz einfach: Diese Site wird es wohl immer geben, hier gibt es ja auch eine Kontaktmöglichkeit. Und wenn ich hier genügend interessante Sachen schreibe, dann werden sich der Tierschützer und der Fotograf mit demselben Namen schon nicht in der Trefferliste überholen. Das Netz vergisst nichts. Manchmal ist das aber auch nicht so schlecht. Denn ich wollte schon seit einer Weile mal nach längst verschollen geglaubte Texte fahnden, die ich vor über 11 Jahren – damals gab es ja offiziell noch gar keine blogs – ins Netz stellte. Die Idee: Ich wollte jeden Tag eine Geschichte aus meinem Leben in San Fran erzählen, Menschen vorstellen und beschreiben, was sie antreibt. Für mich war das damals nur eine Tonprobe, aber es machte Spaß.

Ich dachte schon, dass die Texte für immer verloren wären, doch zumindest die Texte, die ich damals auch online stellte, leben doch noch weiter. Das Netz vergisst eben nichts. Und hier ist der Link zu meinem project365.com. Schön visionär, wie das eben so war. Das war 1998. Was haben sie da gemacht? Ich kann mich auch noch sehr gut erinnern, wie die Site entstand. Ich lernte einen verrückten Deutschen kennen, der mir die Site – alles handgecoded – über Nacht strickte, weil er schon auf Kisten saß und zurück nach München wollte. Er hat mir dann auch noch Visitenkarten gedruckt, auf denen eine amerikanische Flagge mit Euro-Sternen abgebildet war. Als Titel hatte ich mir “German Trendscout” überlegt. Sie werden lachen, aber das war vor 11 Jahren, was haben Sie da gemacht, was waren Ihre Träume?

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googlewave: Wellenreiten für Nichtschwimmer

Ich bin nun einigen Wochen auf der googlewave-Welle mitgeritten, Zeit für ein Update. Mittlerweile haben sich sogar einige meiner Freunde angemeldet, so dass ich theoretisch mit denen googlewaves starten könnte. Das habe ich mit den meisten auch probiert. Doch die meisten waves liefen immer nach dem selben Muster ab.

Ich: „Willkommen zu  meiner googlewave. Schau mal, was man hier machen kann. Schau mal, Du kannst alles editieren, Deine Sachen, aber auch meine Texte.”

Freund 1: „Kapier nicht, was man hier machen kann.”

Freund 2: „Viel zu kompliziert.”

Freund 3 hat etwas rumgespielt, aber dann ging es nicht weiter. Und genau hierin liegt das Problem. Es gibt ja einige, die inzwischen viel mit googlewave arbeiten, der Rest – darunter Menschen, die sich mit moderner Technologien auskennen sollten – versteht es nicht. Wie sollen es dann die jenigen verstehen, die technologisch noch weiter hinterher hängen? Mein Bauchgefühl: So klappt das nicht mit googlewave.

Mit einem anderen Freund starte ich gerade eine neue Welle. Auch das geht nur schleppend voran. Warum? Weil er offenbar gar nicht mitbekommt, was in der Welle passiert.

Was ich immer noch nicht verstanden habe:

  • Wie kann ich öffentliche Wellen komplett öffentlich stellen, also für alle im Web. Wäre doch prima, wenn es in googlewave einen button “publish on the web” geben würde. Geht nicht, oder? So lange ich in dieser proprietären Welt lebe, wird das kein Knüller. Grüße an compuserve und aol.
  • Dann würde mich wirklich interessieren, wer das copyright der Texte in der wave hält. Ich würde nämlich mal testweise eine Welle zum Thema “Energiewende auf Stadtebene” starten, die Texte aber journalistisch auch weiterverwenden. Was mache ich also mit den Inhalten, die jemand anders in die Welle geworfen hat?
  • Wie ich die googlewave besser kontrollieren kann. Es passiert scheinbar immer wieder, dass gerade die öffentlichen Gruppen ständig neu starten müssen, weil ein Unbedarfter die Welle zerstört hat.

Also, ich mache weiter, will mit googlewave mal ein Projekt durchziehen. Jetzt stellt sich nur die Frage, mit wem ich das mache und welches Projekt man mit googlewave abwickeln kann. Es bleibt also spannend.

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Google Wave: Die perfekte Welle? (2)

Jetzt konnte ich weiter mit google wave spielen, konnte auch einige Kollegen und Freunde dazu bewegen, mit mir ein paar Wellen in google waves zu reiten. Noch immer ist mir nicht richtig ersichtlich, warum die Arbeit in und mit google wave einen Produktivitätssprung bringen soll.

Ich bin mir sicher, dass Google das System noch an vielen Stellen verbessern wird, aber eins ist auch klar: Den „Mainstream” wird Google nicht erreichen. Aber eben auch nicht die Leute aus der Business-Community, denn wave ist ins ich nicht besonders schlüssig.

So viel konnte ich schon herausfinden: Ich kann eine Welle anlegen und in „blips” Inhaltssegmente ansprechen, die dann ein google wave-Freund kommentieren oder ändern kann. Das geht aber doch viel einfacher mit google docs. Dann kann ich in Echtzeit sehen, wenn jemand etwas in der Welle tippt, inklusive der Tippfehler, die dann wieder gelöscht werden. Mir fehlt dazu etwas die Geduld und ich zumindest kann besser arbeiten, wenn ich mich mit einer Idee oder einem Text zurückziehen kann und dann etwas später eine verfeinerte Version abliefern kann.

Andere werden diese Funktion wohl für sehr sinnvoll ansehen, wenn man zusammen in Echtzeit an einem Dokument arbeiten kann, vielleicht nebenher auch noch telefoniert. Ich brauche das jedenfalls nicht.

Welchen Mehrwert hat das?

Als Tool bringt es mir nicht so viel, vielleicht aber als eine Art „Vermarktungswerkzeug”? Wenn die „Alpha-Tiere” tatsächlich wave nutzen würden – was ich momentan noch nicht sehe – dann könnte es ja schon etwas bringen, eine öffentlich Welle zu starten und dann zu schauen, wer mitmacht. Ich frage mich, wem dann der daraus entstandene Text gehört? Denn vielleicht entsteht ja etwas daraus, für das man woanders Geld bekommen könnte. Oder: Wird man durch besonders gewaltige Wellen, die man dann wohl auch vernünftig moderieren müsste, bei den Google Wavern bekannt? Darauf setze ich schon lange nicht mehr. Das ganze facebooken und twittern bringt viele Followers, aber neue Aufträge konnte ich daraus noch nicht generieren.

Außerdem fehlt mir bei wave der Bezug zur Außenwelt: Soweit ich das bisher verstehe, können nur andere waver meine öffentlichen Wellen sehen. Damit schließe ich etwa 99,9 Prozent aus. Es gibt ja für wordpress plugins, mit denen man waves einbinden kann, aber man muss trotzdem wave-Mitglied sein, um die Inhalte zu sehen. Also ist wave proprietär und wir wissen ja, dass das nie funktioniert.

Warum sollte man also auf Wave sein?

  1. Weil es von Google ist. Und Google ist cool. Und weil jeder weiß, dass sich die Leute von Google viel Gedanken machen. Über alles.
  2. Um mitzureden, Visionen ausdenken, im Gespräch bleiben.
  3. Um wieder einmal eine Killerapplikation scheitern zu sehen.
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Die perfekte Welle sieht (noch) anders aus

googlewave3

Wenn Sie schon länger im Internet unterwegs sind, dann hatten Sie bestimmt auch noch eine Signatur, die etwas über Ihre wahre Einstellung verriet. Dazu brauchte man damals keinen Blog, Facebook oder Twitter, sondern eben nur E-Mail.

Erinnern Sie sich noch? War es ein Zitat oder ein launiger Spruch wie „An apple a day keeps the doctor away”? Bei mir stand von 1996 bis mindestens 2001 – da war es schon so uncool, dass es wieder retro war – folgender Spruch unter meinen E-Mails:

„You can‘t stop the waves – but you can learn to surf”

Wer hätte damals gedacht, dass in dem Satz nicht nur tiefe Weisheit steckt, sondern noch mehr, sich richtig visionäre Ansätze zeigen. Klar, das wusste ich immer schon. Naja, vielleicht auch nicht. Aber jetzt steht fest: Wir denken bald nur noch in waves, in Wellen, die auf uns zuschwappen und wir nur hoffen, dass sie uns nicht wegspülen werden. Jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Visionäre von Google geht.

Zugegeben, damals gab es das Bild der Informationsflut auch schon, aber die Wellen waren draußen am Strand, am Pacific Beach in San Fran und nicht in einer blau umrandeten Box in meinem Browser. Aber jetzt trifft sie uns, die perfekte Welle, die antritt, die seit 30 Jahren unangefochtene Killeranwendung des Internets, die E-Mail, herauszufordern. Bald heißt es: „Ich hab Dir ne wave geschickt. ” Wer da noch auf E-Mails wartet, wird weggespült. Ob es wirklich soweit kommt? Ich bin gespannt.

„You can‘t stop the google wave – but you can learn to use it for your benefits”

Seit ein paar Tagen bin ich also auch auf der „Welle”. Ich sitze also auf meinem Brett, schaue auf ein ziemlich flaches Meer und warte auf eine prima Welle, mit der ich eine Weile Zeit verbringen kann. Meine Freunde sind noch nicht da, deswegen schaue ich mir zunächst an, welche Wellen gerade laufen.

Auf den ersten Blick sieht Google Wave aus wie ein gepimptes Googlemail: Links ein paar Ordner, in der Mitte ein paar Nachrichten und links Detailansichten der Nachrichten. Das sind also die waves. Eine Nachricht ist eine wave, weil darin jeder mitpfuschen kann. Ich schicke also nicht einem anderen User eine E-Mail, warte dann die Antwort ab und schreibe zurück, ich starte eine Welle, schreibe meine Nachricht rein und warte. Jetzt kommt schon die erste Hürde: Wer mit auf der Welle reiten will, muss natürlich auch google wave-Mitglied sein. Wer das nicht ist, hat Pech gehabt.

Zusammen “waven” – wer will das?

Wer aber dabei ist und auch in meinen Kontakten eingeordnet ist, kann zu einer wave eingeladen werden. Wir können dann beispielsweise zusammen in einer Wave an einem Dokument arbeiten. Das geht in Echtzeit. Spannend. Also ist das so, als würde ich mit meinem Kumpeln mit einem Messenger chatten und wir erstellen gleichzeitig ein Dokument.

Wenn jetzt viele Leute an einer wave arbeiten und in der Lage sind, tatsächlich so konsistent und konzentriert dabei zu bleiben, dann hat man nicht nur etwas zusammen geschafft, sondern kann genau verfolgen, was jeder Teilnehmer dazu beigetragen hat.

Mehrwert oder mehr Müll? Das weiß bisher niemand.

Warum soll das wave besser können als alles per E-Mail zu regeln? Manche Prozesse können ja mitunter sehr kompliziert werden: Es fliegen viele E-Mails hin und her und am Ende wissen nur die wenigsten der Beteiligten, worum es geht. Vielleicht haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass eigentlich niemand mehr Zeit hat, überhaupt noch E-Mails zu lesen. In der wave bleibt alles zusammen. E-Mails, Dokumente, Bilder, Audio-Kommentare und Videos dazu. Wenn jemand etwas ändert oder etwas hinzufügt, dann aktualisiert sich die Welle wie ein rss-Feed. Das soll die Übersichtlichkeit verbessern. Ob das funktioniert oder doch eher verwirrt? Darüber schreibe ich in der nächsten Folge.

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Ein Portrait über mich

Habe gerade gesehen, dass das Clean Energy Project ein Portrait über mich veröffentlicht hat. Darüber freue ich mich natürlich.

>> Clean Energy Project: Reiner Gärtner – reist der Energiewende voraus

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